Hallo zusammen,
gestatten, mein Name ist Davignon. Meist werde ich aber Davi genannt. Auch ich bin so ein armer Hund aus einer Tötungsstation in Frankreich und ich sage euch, bei mir war es knapp. Nur wenige Stunden bevor ich eingeschläfert werden sollte (und ich bin kerngesund und nur etwas mehr als ein Jahr alt) haben „Bretonen in Not“ und mein Frauchen mich da rausgeholt – ohne mich zu kennen, da ich ihnen leid getan habe. Ich sage euch, ich war heilfroh.
Als ich bei meinem Frauchen angekommen bin, war deren erster Gedanke, was sie sich da eingehandelt hat. Denn ich war völlig nervös, überdreht und kaum zu bändigen. Ist ja auch kein Wunder. Schließlich war ich mehr als 14 Stunden unterwegs, erst im Zug und dann im Auto. Als ich ins Auto von meinem Frauchen eingestiegen bin, hat sie nur gebetet, dass sie mich gut nach Hause bringt, denn ich habe herzzerreißend gejault und das schöne Hundekissen zerfetzt, das die Wolle flog. Naja, ging dann auch vorüber und nach Wasser, einem Fressen, Gassi und vielen Streicheleinheiten von Herrchen, Frauchen und Klein-Frauchen ging‘s mir besser. Frauchen hat wegen mir in der ersten Nacht auf der Couch geschlafen und ich war so nervös, dass ich jedesmal, wenn sie sich gedreht hat, vor der Couch stand. Musste doch gucken, was sie macht. Naja, jedenfalls lass ich sie mittlerweile schlafen, auch wenn ich meist früh um 6 oder 7 Krach mache, weil ich mal muss, auch wenn ich noch so spät draußen war.
In den ersten Tagen hat Frauchen noch eine Hundetrainerin für mich engagiert, da ich nicht wusste, was ich bei Sitz, Platz, Bleib oder an der Leine machen sollte. Aber Erziehung muss sein und ich bin ein so gelehriger Hund, dass ich in vier Wochen Sitz, Platz, Bleib, Warten, Komm, Aus und an der Leine gehen ohne zu zerren gelernt habe.
Ich bin so froh, dass wir am Waldrand wohnen, denn wir sind schnell in meinem Element und ich liebe es stundenlang durchs hohe Gras oder über weichen Waldboden zu hopsen. Am einem Wochenende waren wir fünf Stunden wandern. Meine Leute waren k.o. nur ich nicht. Menschen halten auch überhaupt nix durch. …
Manchmal veräppelt mich am Abend beim Spaziergang ein Fuchs oder ein Reh (ja hier gibt es wirklich Wild) indem es immer wieder vor mir auftaucht. Das finde ich gemein von denen, denn da ich an der Leine bin, darf ich nicht hinterher, auch wenn ich so gern möchte. Hm, kann ich aber verstehen. Frauchen hat halt Angst, dass ich ausreißen würde oder den anderen Tieren was tue. Naja, bin halt ein Jagdhund.
Besonders mag ich, wenn Frauchen mit mir im Wald Suchspiele macht. Dann muss ich meine Nase anstrengen und kleine Leckerli suchen. Auch wenn ich ein Jagdhund bin, war das am Anfang gar nicht so einfach. Wusste ja nicht, was ich machen sollte.
Und ich liebe Wasser. In jeder Pfütze bin ich drin und baden ist auch kein Problem für mich. Muss ich immer mal wieder, da ich mich gern wälze und ständig Matschpfoten habe.
Für meine Gelehrigkeit hat Frauchen mir ein Geschirr anfertigen lassen. Hier gibt es eine Frau, die so was näht. Echte Maßarbeit. Naja, da ich als Hund ein „von“ im Namen trage, ist das standesgemäß. Jaul, wuff.
Fressen tue ich wie ein Weltmeister, da der Tierarzt gesagt hat, ich sei so dünn, dass ich unbedingt zunehmen müsse. Heute waren wir wieder beim Metzger und konnte ich es nicht abwarten bis ich meine Belohnung fürs Warten bekomme. So habe ich meine lange Leine genutzt und bin Frauchen bis in den Eingang der Metzgerei gefolgt. Das fanden alle ganz lustig - auch der Metzger, der Frauchen deswegen extra was für mich in die Tüte getan hat.
Katzen würde ich auch so gerne jagen. Aber ich darf nicht. Will doch nur spielen. Aber die machen immer gleich einen Buckel, wenn Sie mich sehen und fauchen. Warum nur?
An Pferde (mein kleines Frauchen reitet und da darf ich sie mit dem großen Frauchen zu Fuß begleiten) habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Auch wenn ich denen doch respektvoll aus dem Wege gehe. Sind mir halt zu groß.
Gesellschaft habe ich zum Beispiel mit der Nachbarhündin, mit der ich gern im Garten spiele.
Golfbälle mag ich sehr. So sehr, dass ich ihnen immer hinterherrenne. Da das Herrchen gar nicht gefallen hat, muss ich nun wenn er Golf spielt, bei Frauchen bleiben.
Streicheln ist meine Welt. Kaum liegt Frauchen Abends auf der Couch oder sitzt irgendwo, muss ich hinterher. Meistens lege ich dann den Kopf auf Ihren Bauch und lasse mich ausgiebig kraulen oder in meinem Körbchen.
Meinen Spielzeugball mit einer Schelle drin, hatte ich nach 24 Stunden schon kaputt gebissen. Ich musste ja schließlich wissen, was drin ist. Und auch das Kabel von Frauchens Bürolampe musste dran glauben. Hm, da war sie nicht so erfreut. Warum eigentlich? Und auch den Papierkorb sortiere ich höchst gerne aus.
Noch bevor jemand klingelt, bin ich schon da und warne meine Menschen. Ich glaube der Postbote ist ganz froh, dass ich im Haus bin, auch wenn zu Besuchern eigentlich ganz friedlich bin.
So, dass wollte ich euch mal schreiben, damit ihr seht, was aus scheinbar hoffnungslosen Fällen für Traumhunde werden können damit noch ganz viele meiner Kameraden aus den Tötungsstation gerettet werden. Vielleicht nehmt ihr einen bei euch auf?
Es grüßt euch
Davignon (D’Avignon/Davi)
Hallo an alle! Hier ist Kely!!
Vielen Dank für die tolle Anteilnahme!!!
Nachdem Tanja gestern weg war, hab ich sie erst heftig gesucht und auch ein wenig geweint. Nachdem ich aber dann mit meinem neuen Rudel nochmal spazieren war, hab ich mich beruhigt und fand's dann doch ganz gut hier. Die Nacht habe ich in meinem neuen Körbchen in Nevats und meinem Schlafzimmer recht gut geschlafen. Angeblich hab ich ein paar mal ganz schön laut geträumt. Ist das ein Wunder nach sooo viiieeel Aufregung und Neuem?? In der Nacht musste ich 2 Mal Streife laufen und sehen, ob bei meinen beiden Rudelführern alles ok ist.
Wie's heute morgen hier in der Küche aussah, seht ihr auf dem Avatar, den Uwe vorhin neu eingestellt hat.
Nachdem wir 4 am späten Vormittag ne Runde gelaufen waren, ist Gisela dann losgefahren um etwas Futtergeld zu verdienen. Von Uwe hab ich mich und Nevat dann nach Köln fahren lassen. Mußte doch mal seine Dienststelle und sein Büro inspizieren. Er hat noch ne Woche Urlaub genommen, damit ich das betreute Eingewöhnen noch etwas genießen kann und vorhin hab ich die Maßnahme noch verlängert bekommen, denn Frauchen hat nächste Woche Urlaub!!!
Als wir dann wieder daheim waren, kam das Highlight des Tages: über eine Stunde durch den Wald stromern und der war proppevoll mit Fährten und Gerüchen von allerlei anderen Tieren. Nevat und ich haben uns beim Fährtenschnüffeln so hochgeschaukelt, daß Uwe alle Hände voll zu tun hatte, damit sich die Flexis nicht total vertüdeln. Schluß und Letztendlich hat er uns ganz kurz genommen, aber dafür haben wir ihn dann wie 2 Dampfloks durch den Wald gezogen!
Ich glaub er hat jetzt so lange Arme, daß er sich aufrecht stehend in den Kniekehlen kratzen kann.
Jetzt liegen Nevat und ich glücklich und zufrieden im Wohnzimmer und träumen von dem vergangenen Tag.
Glaubt nur ja nicht, daß ihr jetzt jeden Tag so einen Bericht bekommt!! Dafür hab ich nämlich keine Zeit!!
Wenn nix dazwischen kommt lassen Nevat und ich uns am Sonntag nach Langenfeld fahren. Dann sehen wir uns wieder, oder lernen uns kennen.
Liebe Grüße aus Königsfeld!
Eure Kely
Olà,
ich heiße Stellina und komme aus Spanien. Dort wurde ich mit meinen drei Welpen von Francesco gefunden. Es ging mir echt dreckig da. Aber, Francesco hat mich zu sich genommen und sich dann mit „Bretonen in Not“ in Verbindung gesetzt. Ich bin nämlich eine waschechte Bretonin.
Zugegeben, anfangs war ich ganz schön verwirrt. Ich war nämlich nicht lange bei meinem „Finder“, dann kam ich in ne seltsame Kiste und fuhr erst mal ewig im Auto durch die Gegend. Weil ich aber eh sehr viel schlafe, habe ich sooo viel davon gar nicht mitbekommen und die Fahrerin war ja auch sehr nett zu mir und meinen Kleinen. Ich war ja auch nicht ganz allein unterwegs. Die nette Frau hatte noch einen Bretonenmädchen dabei, aber beim Spielen in den Fahrpausen konnte ich richtig mit dem rumtoben. Und so kamen wir in Berga an.
Nach 2 Tagen, musste ich mich dann von meinem spanischen Freunden verabschieden und wurde dann zu Ulla und Hans in den Westerwald gebracht. Das liegt in Deutschland. Aber die Sprache habe ich ganz schnell verstanden. Bei dem Ehepaar waren noch zwei andere Bretonen, so dass ich wieder neue Freunde hatte. Aber meine Kinder!!!! Die haben vielleicht genervt. Die waren ja inzwischen schon recht groß. Größer als ich. Naja, bei dem Vater, eigentlich kein Wunder. Meine neue Gastfamilie hat das zum Glück schnell gemerkt und fand eine ruhige Pflegestelle – nur für mich. Bevor ich weiter nach Aachen fuhr, bekam ich noch Besuch von zwei Frauen aus Trier. Die hatten ne kleinen Hund dabei. Einen ganz quirligen Papillon. Die haben mich gestreichelt und mit mir gesprochen. Und dann waren sie auch schon wieder weg.
Paar Tage später hieß es dann also wieder: Ab ins Auto. Ehrlich, das ging mir ganz schön auf die Nerven und meine Kinder hab ich auch vermisst. Die neuen Leute haben sich viel mit mir beschäftigt. Sie waren sogar mit mir in der Hundeschule. Es fing so richtig an mir zu gefallen.
Aber dann stand schon wieder eine Autofahrt an. Nach Trier. Oh je. Ich war völlig durch den Wind. Viel zu schnell stand ich vor einer fremden Tür und drei Frauen schauten mich an. Im Hintergrund der Papillion, der bei mir zu Besuch war. Das hat mir große Angst gemacht. Als dann auch noch mein „Pflegevater“ wegging, hab ich echt geschlottert vor Angst. Und stellt euch mal vor: Ich musste sogar mit den Frauen und dem Hund raus gehen. Dabei wollte ich eines überhaupt nicht: Noch mal dort weg müssen!!!! Eine der Frauen, hat mich dann rausgetragen, was ja auch besser war. Ich musste ja mal Gassi. Und was soll ich euch sagen:
Seit gut fünf Wochen wohne ich in einer Frauen WG. Wir haben ein großes Haus und einen kleinen Garten. Gleich um die Ecke ist ein großer Park, mit Weiher und viele Wiesen drum herum. Vormittags bin ich zwar mit dem anderen Hund alleine, aber das macht mir nix. Wie schon erwähnt, ich schlafe recht viel.
Es scheint, als könne ich hier bleiben. Natürlich war nicht alles eitel Sonnenschein. Der Papillon, er ist übrigens eine SIE und heißt Petit, war manchmal echt zickig. Aber inzwischen sind wir gute Freundinnen. Und mir tut es auch gut, dass sie immer da ist. Sie traut sich alles und hat mir ganz viel gezeigt. Ich weiß inzwischen natürlich auch, welche der drei Frauen mein Extra-Frauchen ist. Bei der schlafe ich auch im Zimmer und wenn sie von der Arbeit kommt, freu ich mich ganz doll. Sie geht ja auch sehr viel mit mir spazieren, rennt mit mir durch den Wald, durch den Park und sie weiß genau, was sich am liebsten mache: sie läuft mit mir über große Wiesen mit Tausenden von Maulwurfhügeln zum Umgraben. Manchmal geht mein Jagdtrieb noch mit mir durch und es ärgert mich ein kleines Bisschen, dass diese doofe Leine nur 18 m lang ist.
Das Frauchen von Petit geht auch sehr oft mit uns spazieren. Ich mag die auch sehr gern.
Und manchmal, meistens sonntags, geht die dritte Frau die bei uns wohnt, auch mit. Dann wandern wir echt lange durch Wälder und so.
In die Schule gehe ich natürlich auch. Aber mal ganz ehrlich- dort ist es sehr langweilig. Ich kann das alles längst. Und zum Spielen ist ja da keiner. Die müssen das alles ja noch üben.
Die Freundin meines Frauchens meinte gestern: Draußen geht Stellina ja richtig ab, aber drin ist sie ne echte Schlaftablette!
Stellt euch das mal vor!! Dabei weiß ich doch ganz schlicht nur, wie man sich benimmt. Im Haus tobt man doch nicht rum!!
Gestern habe ich zum ersten Mal in Deutschland Schnee gesehen. „Meine“ Frauen haben sich darüber mehr aufgeregt als ich. Leider konnte ich im Schnee nicht so gut riechen.
Wie ihr jetzt wisst, geht es mir so richtig gut. Und ich weiss jetzt, dass ich immer bleiben darf.
Allen, die sich so lieb um mich gekümmert und mir dieses liebevolle Körbchen ermöglicht haben, danke ich mit meinen kleinen Hundeherz gaaanz doll.
STELLINA
Pfotenpost von Paul geborener Brad
Hallo Ihr Lieben!
Wir wollten nur mal zwischendurch "Hallo" sagen. Paul hat sich mittlerweile richtig gut eingelebt und hat schon 1,5 kg zugelegt. Am Sa waren wir beim Tierarzt wegen Emmas Anti-Baby-Spritze und haben ihn dann auch mitgenommen, die Ärztin war total begeistert von ihm. Vom Gewicht her hat er jetzt genug, ist nicht mehr so mager und eigentlich findet ihn jeder toll. Wir werden jedenfalls oft angesprochen...
Ich geh noch an Krücken, aber hoffentlich nur noch eine Woche, die OP ist jetzt drei Wochen her. Kann aber mit Paul und Emma ohne Leine bis auf die Wiese vorm Haus, weil er schon echt gut hört bzw sich mit Leckerli bestechen lässt. (Auf Wald und Wiesenspaziergängen geht er schon seit Ende der zweiten Woche ohne Leine) Da die Handball-Saison dies Wochenende zu Ende ist und ich ja langsam auch wieder fitter werde, wird es Zeit, dass wir uns eine Hundeschule suchen bzw die, die wir kennen, uns mal ansehen. Paul lernt nicht nur von Emma sondern auch umgekehrt und manchmal meint man, sie hat defekte Ohren, also wird es beiden ganz gut tun. Wie gesagt, Bonnie und Clyde... ich durfte schon mehrfach meine Blumen wieder eintopfen ;-) Das sind zwei Römmelsbömmels, aber wir geben keinen von beiden mehr her!
Auch Alex und Paul sind die dicksten Freunde, er hat keine Angst mehr (anfangs hat er Alex immer angeknurrt, wenn er aus dem Schlafzimmer oder vom Klo kam). Dadurch dass ich im Krankenhaus war und auch zur Zeit die Spaziergänge nicht machen kann, sind die zwei sich echt nahe gekommen. Nur beim Füttern bin ich noch der Chef. Anfangs hatte Emma Angst sie bekommt nichts und der Grobmotoriker ist gierig ohne Ende (Er stand schon einmal AUF der Anrichte), aber mittlerweile geht es ganz gesittet zu und Paul frisst ohne sich umzusehen oder zu zucken. Ich stecke immer meine Hand mit in den Napf für nen Moment, so dass ich im mittlerweile auch Fressbares wieder abnehmen kann, wenn ich dann schnell genug bin ;-)
Und wenn sie zwei erst anfangen zu schmusen und zu spielen, da geht mir jedesmal das Herz auf! Anfangs dachte ich, Emma nimmt Paul hin und entscheidet sich fürs Ignorieren aber ab der zweiten Woche wurden sie immer vertrauter, richtig süß!
Das einzige, was wir bei Paul noch untersuchen lassen müssen, ist sein Trinkverhalten. Er säuft wie ein Loch, er schafft bestimmt zwei Liter am Tag. Die Ärztin sagte, er sähe aber gut aus, hat ihn abgehorcht und jetzt wird das Blut nochmal untersucht. Aber vom Äusseren und seinem Verhalten meint sie, dass er wahrscheinlich ein Säufer ist.
In der HuTa hat er sich sofort mit allen Rüden angelegt und auch ein paar kleinere Kampfspuren mitgebracht, aber mittlerweile hat er nur noch Streit mit dem Haushund. Er hat die Frau anfangs angeknurrt (das versucht er mit Besuch, der bei uns vom Klo kommt, auch ;-) ) und das hat sich ihr Hund logischerweise nicht bieten lassen. Aber nach zwei Wochen hat sich auch das alles normalisiert.
Wir hoffen, Ihnen und Ihren neuen Pflegehunden geht es gut! Mit Christiane werden wir uns übrigens nächste Woche treffen.
Liebe Grüße,
Coco, Alex, Emma und Paul
Aktualisiert ( Samstag, 05. Juni 2010 um 11:09 Uhr )