
Papou
Wir mussten heute Papou über die Regenbogenbrücke gehen lassen, er hatte schwerste epileptische Anfälle, von Donnerstag auf Freitag alleine 7 Stück. Diese Anfallsreihe hat auch etwas in seinem Gehirn zersört. Steffi sein Pflegefrauchen hatte sich eigentlich schon entschlossen Papou zu behalten. Sie verliert nicht nur einen Pflegehund.
Sein Leben war nicht mehr lebenswert. Uns allen ist diese Entscheidung bestimmt nicht leicht gefallen, aber wir mussten zum Wohle des Tieres entscheiden, und das haben wir getan.
Papou hatte noch einige sehr schöne Wochen bei Steffi und sicher konnte sie ihm Freude und Liebe schenken, vielleicht mehr als er in seinem früheren Leben erfahren hat.
Steffi vielen Dank für das was Du für Papou getan hast, das war nicht selbstverständlich.
Lieber Papou ich wünsche Dir eine gute Reise über die Regenbogenbrücke, gerne hä¤tte ich Dir mehr Zeit bei den Menschen die Dich geliebt haben, gewünscht.
Mögest Du jetzt Ruhe und Frieden auf immergrünen Wiesen finden. Leb wohl kleiner Mann.

Maila
Gestern haben wir Maila mit sehr schwerem Herzen über die Regenbogenbrücke gehen lassen. So gerne hätten wir dir noch ein paar schöne Jahre geschenkt. Jetzt bist du auf grünen Wiesen und hoffentlich hast du deinen Menschen den du verloren hast, schon gefunden.
Shakes, der arme Kleine ist über die Regenbogenbrücke gegangen, gute Reise. Shakes hatte ein häßliches Leben, aber die letzten Monate haben ihn hoffentlich ein wenig dafür entschädigt. Ein ganz herzliches Dankeschön an den Gnadenhof, in dem er Ruhe und Liebe finden konnte. Wo er erfahren konnte, daß Menschen nicht nur schlecht sind.
Hier ist noch seine Geschichte, geschrieben vom Tierhospitz Elise - mein persönlicher Dank an Euch.
Shakespeare - "der undichte Dichter" - Januar 2010
Und plötzlich ging mein Käfig auf und Hände griffen nach mir. All meine Kräfte sammelte ich, um nach den Händen zu beissen. Dass sie mir helfen wollten, sickert erst jetzt so nach und nach in mein Bewußtsein. Ihre Stimmen hörte ich nicht, denn meine Ohren sind taub und mit meinen Augen nehme ich nur noch Schatten wahr. Ich fühlte mich sehr oft hin und hergereicht und machte eine lange Fahrt. Eine Zwischenstation erlebte ich noch hinter Gittern, mit einer einfachen Decke in der Hütte. Hier war es kalt und ich sehnte mich so sehr nach Wärme. Nachdem ich einigermaßen zu Kräften gekommen war, trat ich den Rest dieser Reise an, die mich ins Tierhospiz Hof Elise führte. Heike, meine Reisebegleiterin vom Verein Bretonen in Not e. V., die mich auch gerettet haben, ließ mich an ihren Gedanken teilhaben. Ich wußte, ich fahre in mein letztes Erdenzuhause, wo auch andere Artgenossen mit ähnlichen Schicksalen wohnen. Ich wußte, dass ich bereits mit Freude erwartet werde. Ich wußte auch, dass ich dort nie wieder Hunger leiden würde. Die größte Freude jedoch traf für mich ein, als ich mein Zimmerchen betrat. Meine neuen Herbergseltern konnten nicht wissen, wie ich heimlich mit meinem Wesen gesprochen hatte. In meinem Zimmerchen war alles ausgelegt mit saugfähigem Flies auf Gummi, darauf stand ein Korb, in den ich zweimal reinpasste, der sich anfühlte, als würde ich in tausend Kissen schwelgen, dabei waren es nur zwei. Eine weiche Lammfelldecke umschließt meine Glieder und meinen Körper und der tiefe Wunsch in mir: "Hier gehe ich nie wieder raus" ließ mich dann tief einschlafen. Nach diesem langen tiefen Schlaf stellten sich körperliche Bedürfnisse ein, die mich nötigten, meinen Korb zu verlassen. Ich setzte meinen Haufen, löste meine Blase und kroch ganz schnell wieder in meine Kissen hinein. Ich versuchte auszumachen und zu erahnen, was mich umgab und ich dachte, wenn da jetzt jemand kommt und mich hier rausholen will, den beisse ich ganz fest! Meine Herbergseltern wurden bereits vorgewarnt und so nahm eine tägliche Regelmäßigkeit des sich einlassen müssens seinen Lauf. Eine kleine Schleppleine von 40 cm hing an meinem Halsband. In bestimmten Abständen nahm man mich an dieser Leine und führte mich nach draußen. Im Hof erreichten mich alte Erinnerungen der Jagd- und Laufzeit. Unermüdlich begann ich das Gelände orientierungslos zu "erlaufen". Wenn ich einen Menschen wahrnehme, halte ich mich an ihn. Er gibt mir ein gewisses Maß an Sicherheit und ist die Quelle des Futters. Die ersten Tage waren für mich neu. Mittlerweile lerne ich, die Hand eines Menschen zu genießen. Die Hand eines Menschen kann auch wohltuend sein, wenn sie mich streichelt. Das kannte ich vorher gar nicht. Wißt Ihr, für mich kann ich sagen, ich bin der glücklichste Hund der Welt, denn hier darf ich sein wie ich bin. Ich muss nichts hören, weil ich nicht hören kann. Ich darf mich lösen, wo ich es brauche. Ab und zu darf ich die Lefzen hochziehen und nach der Hand schnappen, die mir nur Gutes will. Und ich stelle fest, es tut nicht weh. Euer Shakespeare. |
Aktualisiert ( Freitag, 16. Juli 2010 um 17:58 Uhr )